Strategien

Magic - the Gathering besteht mittlerweile aus einer Vielzahl von Karten und es werden immer mehr. Das bringt natürlich unzählige Möglichkeiten und Varianten um sein eigenes Deck zusammenzustellen. Mit der Zeit haben sich bestimmte Arten und Themen von Decks herauskristallisiert. Ein paar der klassischen Strategien und ein paar Herangehensweisen sollen hier kurz erwähnt werden.

Die Idee zum eigenen Magic Deck

Wenn man anfängt ein eigenes Deck zu bauen, sollte die erste Entscheidung grundsätzlich sein, welche Strategie verfolgt werden soll. Einfach ein Sammelsurium von Karten zusammen zu bauen wird in den wenigsten Fällen funktionieren. Da die Anzahl der Karten für ein Deck äußerst begrenzt sind, kann man sich nicht leisten auch nur einen Platz darin zu verschwenden. Alles was einen dieser begehrten Plätze erhält, sollte auch hilfreich für die Strategie sein. Inklusive Länder sollte ein Deck 60 Karten nicht zu sehr überschreiten, wenn man sicher gehen will, dass man die wichtigen Sprüche auch auf seiner Hand wiederfindet. Das gibt wenig Spielraum für Experimente, Karten mit denen man auf irgendwelche Eventualitäten reagieren will oder gar eine zweite Strategie.

Das macht es für den Anfänger natürlich nicht gerade leicht. Es erfordert natürlich die Kenntnis über die Möglichkeiten. Also welche Karten es gibt, welche Fähigkeiten haben diese und welche Strategien sind sinnvoll. Dennoch ist es unerlässlich sich zunächst eine Strategie oder ein Thema für das Deck zu überlegen. Um Erfahrungen zu sammeln bietet es sich für den Anfänger an, eines der vorkonstruierten Themendecks zu kaufen. Hier sind oft die grundlegenden Strategien bereits verwirklicht oder die Decks sind um die Mechanismen konstruiert, die in der jeweiligen Erweiterung neu eingeführt werden. Die Arbeit sich eine Idee zu überlegen ist damit bereits getan. In der Regel sind diese Decks durchaus konkurrenzfähig und können als gute Basis für ein individuelles Deck dienen. Themendecks sind ebenfalls dann gut, wenn man selbst noch wenige Karten zur Verfügung hat und auf Grund dessen ohnehin nicht in der Lage ist eigene Ideen zu verwirklichen.

Vorüberlegungen – Der Weg zur richtigen Strategie

Um sich eine Strategie zu wählen muss man aber zunächst einige Vorüberlegungen machen. Eine entscheidende Frage ist, ob man das Deck für eines der offiziellen Turnierformate oder für ein einfaches Freizeitspiel mit Freunden baut. In gewissen Formaten sind nur bestimmte Editionen erlaubt oder bestimmte Karten verboten. (Informationen zu den Turnierformaten gibt es hier) Das schränkt natürlich die Kartenauswahl enorm ein bzw. schließt gewisse Kreaturentypen oder Fähigkeiten aus, da diese in den erlaubten Editionen schlicht nicht vorhanden sind.

Weiter sollte man sich überlegen ob man das Deck anhand eines bestimmten Themas oder um eine spezielle Karte (oder Kombination von Karten) herum konstruiert. Letzteres wird oft der Fall sein, wenn man bereits einzelne gute Karten besitzt und nun ein Deck um diese herum baut. Dies ist aber nicht unbedingt die leichteste und erfolgversprechendste Herangehensweise. Dies gilt insbesondere für Turnierdecks, aber hier ist man meistens ohnehin gezwungen Karten der neusten Editionen hinzu zu kaufen. Wie bereits erwähnt ist man für ein Turnierdeck auch bei der Wahl eines Deck-Themas äußerst limitiert.

Ein mögliches Thema für ein Deck kann zum Beispiel eine bestimmte Fähigkeit sein. Ein Deck das nur Kreaturen mit Flugfähigkeit beinhaltet kann effektiv sein. Viele der Mechanismen neuerer Editionen eignen sich auch stark um sie als Thema für ein Deck zu nehmen. Eine weitere Basis für ein Deck können bestimmte Typen von Kreaturen sein. Ein Deck nur mit Elfen ist zum Beispiel ein Klassiker. Ebenso können Goblins, Zombies oder ähnliches ein schlagkräftiges Deck bilden, da es viele Karten gibt, die sich auf Grund ihres Typs unterstützen. Auch Untertypen wie zuletzt die Alliierten können dem Gegner sehr zu schaffen machen. Man kann aber auch allgemeinere Strategien verfolgen. Eine Möglichkeit wäre zum Beispiel den Gegner mit Direktschaden zu schlagen oder ihn so weit zu bringen, dass er keine Karten mehr ziehen kann. Es gibt ja verschiedene Arten eine Magic-Partie zu gewinnen.

Mit dieser Entscheidung geht dann meistens auch die Wahl der Farben einher. Bestimmte Fähigkeiten oder Kreaturentypen gibt es nur in bestimmten Farben. Welche Eigenschaften die einzelnen Farben haben wird hier ausführlicher behandelt. Wie zu Beginn erwähnt, sollte man auf keinen Fall Platz im Deck verschwenden. Dazu gehört natürlich auch, dass man gut abwägt ob es zwingend notwendig ist, eine weitere Farbe hinzuzunehmen oder ob es nicht effektiver ist, mit nur einer Farbe (bzw. zwei) zu spielen.

Nach all diesen Überlegungen sollte eine grobe Strategie stehen und man kann sich daran machen, sich auf die Suche nach Karten zu machen, die für das Deck in Frage kommen.

Die Klassischen Decktypen

Aggro

Die sogenannten Aggro-Decks zielen darauf ab die Lebenspunkte des Gegners möglichst schnell und effizient von 20 auf 0 zu bringen, anstelle einer langfristigen Strategie. Diese Decks versuchen den größtmöglichen Schaden aus allen Karten heraus zu holen. Sie sind sehr einfach zu spielen und eignen sich gut für Anfänger. Innerhalb der aggressiven Aggro-Decks gibt es verschiedene Möglichkeiten, die alle darauf abzielen den Gegner möglichst schnell zu besiegen oder zu überrennen.

  • Burn
    Eine Variante die versucht über Direktschaden mit günstigen Zaubersprüchen wie „Lightning Bolt“ das Lebenspunktekonto des Gegners auf 0 zu bringen. Die eigenen Lebenspunkte sind dabei in erster Linie egal, weshalb auch nicht viel in die eigene Defensive investiert wird. Diese Decks können mit unter sehr schnell töten, müssen dies aber auch, da sie in langen Duellen wenig Chance haben. In der Regel verwendet man hier ein rote Karten.
  • Weenie
    Bei der Weenie-Variante versucht man möglichst schnell viele kleine Mana effiziente Kreaturen auf das Spielfeld zu bekommen, die den Gegner überrennen bevor er sein eigenes Deck ins laufen bekommt. Diese Strategie wird oft mit weißen Kreaturen verwirklicht, weshalb man auch von der White-Weenie-Strategie spricht. Es eignen sich aber auch sehr gut Goblins für diesen Zweck.
  • Slith
    Mit Slith bezeichnet man eigentlich keine eigene Strategie. Hier geht es eher darum die Decks derart zu optimieren, dass das vorhandene Mana möglichst effizient in Schaden für den Gegner umgewandelt wird. Hier wird die sogenannte Manakurve des Decks absolut optimal konstruiert, so dass keine Runde Mana verschwendet wird. Slith kann man im Prinzip in jeder Farbe bauen, aber auch hier eignet sich am besten rot, da man meist eine Mischung aus Weenie- und Burn-Decks baut.

Control

Kontrolldecks sind eher defensive Vertreter ihrer Zunft. Bei diesem Typ ist man nur darauf aus auf den Gegner zu reagieren und dessen Spiel zu unterbinden. Dazu versucht man mit Counterspells und ähnlichem, dass der Gegner gar nicht erst etwas auf den Tisch bekommt. Sollte er es doch schaffen werden die bleibenden Karten möglichst schnell wieder entfernt oder mit effektiven Blockern neutralisiert. Eine andere Variante wäre den Gegner permanent Karten abwerfen zu lassen, dass er keine Möglichkeit hat ins Spiel zu kommen. In jeden Fall geht es darum den Gegner so lange auszuschalten bis er entweder keine Karten mehr hat oder man selbst zum entscheidenden Schlag ausholen kann. Typische Farben: blau, weiß, schwarz

Mill

Eine extreme Form von Kontrolldeck bilden die sogenannten Mill-Decks. Hier ist man einzig und allein darauf aus, die Bibliothek des Gegners in den Friedhof zu bekommen oder ganz aus dem Spiel zu entfernen. Sprich Ziel ist es den Gegner den Ziehtod sterben zu lassen. Typische Farben: blau, schwarz

Tribal

Decks die voll und ganz auf den Kreaturentyp (Tribe) setzen und möglichst gut die Synergien ausnutzen nennt man Tribal-Decks. In Magic-the Gathering gibt es zahlreiche Karten, die besondere Unterstützung für Kreaturen des gleichen Typs liefern.

Besonders verbreitete Kreaturentypen sind hier kurz beschrieben

Combo

Diese Art von Decks basieren auf der Kombination aus meist zwei oder drei Karten. Hier wird ausgenutzt, dass bestimmte Effekte und Fähigkeiten dazu führen, dass man Endlosschleifen aufbaut und somit unendlich viel Mana, Leben oder im besten Fall Schaden produzieren kann. Diese für die Kombo wichtigen Karten sollten natürlich vier Mal im Deck sein um die Wahrscheinlichkeit zu maximieren diese möglichst früh auf die Hand zu bekommen. Aufgefüllt werden Kombodecks meist mit Karten, die den Spieler neue Karten ziehen oder gar die entsprechenden Karten aus der Bibliothek suchen lassen. In Magic-the Gathering gibt es eine Reihe sehr starker Kombos. Ein paar davon haben wir hier zusammengefasst. ((LINK))

Lifegain

Eine klassische Strategie für meist weiße Decks ist das Ansammeln von massenweise Lebenspunkten. Diese Taktik verschafft einem in der Regel viel Zeit und lässt Spielraum für variable Siegoptionen. Für Anfänger eine gute Deckstrategie, da recht simpel und wenig fehleranfällig.

Token

Hier herrscht die Devise Masse statt Klasse. Im Prinzip könnte man hier von einer Art Weenie-Variante sprechen. Ziel ist es möglichst schnell möglichst viele Spielsteine auf das Feld zu bringen. Hier lässt sich sehr variantenreich spielen, da Magic in vielen Farben Möglichkeiten bietet. Gerne kommen hier auch Artefakte zum Zug.