Tipps zum Booster Draft

Booster Draft (oder auch „Draft“ genannt) gehört zu den so genannten „Limited“-Turnier-Formaten, bei denen die Spieler vor Spielbeginn eine bestimmte Anzahl Karten erhalten, aus denen sie ihr Deck bauen müssen. Hierfür werden vor Ort Boosterpackungen geöffnet um eine absolut zufällige Verteilung der Karten zu gewährleisten. Dies läuft wie ein eigenes Spiel nach bestimmten Regeln ab, welches man auch als den „Draft“ an sich bezeichnet.

Wie beim Sealed Deck (Infos dazu findet ihr hier) muss ein Deck aus mindestens 40 Karten (inklusive aller Länder) bestehen, die die Spieler im Voraus logischer Weise nicht genau kennen.

Das macht natürlich den Reiz von Limited-Formaten und dem Booster Draft im Besonderen aus. Man muss aus dem was man bekommt das Beste machen und wird so immer vor neue Herausforderungen gestellt. Da man mit immer neuen Decks spielt bringt es außerdem reichlich Abwechslung.

Die Draftregeln

Teilnehmerzahl

Im Normalfall nehmen an einem Draft acht Spieler teil. Natürlich geht es auch mit mehr oder weniger Teilnehmern, aber am optimalsten läuft es mit Achtergruppen. Wie der Name schon sagt, benötigt jeder Spieler Boosterpackungen zum draften. Jeder Teilnehmer erhält zu Beginn drei bislang ungeöffnete Exemplare.

Möglich ist irgendeine Kombination von Boostern. Die Spieler müssen auch nicht zwingend die gleichen Editionen wählen, da ohnehin jeder Teilnehmer Karten aus allen Packungen erhält. In diesem Fall spricht man auch von der "Pick-a-Pack"-Variante. Auf offiziellen Turnieren jedoch folgt die Booster-Auswahl nahezu immer den folgenden Regeln:

Es werden Booster derjenigen Erweiterungs-Sets benutzt, die dem neuesten Block angehören

und zwar:

  • wenn im aktuellen Block erst ein Set erschienen ist, dann drei Booster dieses Sets
  • wenn bereits das zweite Set erschienen ist, zwei Booster des ersten Sets und ein Booster des zweiten Sets
  • wenn im aktuellen Block drei Sets erschienen sind, dann je ein Booster jedes Sets (Manche Blöcke, wie beispielsweise der Lorwyn-Block, bestehen allerdings überhaupt nur aus zwei Sets.)

Diese drei Booster haben – sofern es denn verschiedene Sorten sind – eine Reihenfolge: Zuerst kommt der Booster des ältesten Erweiterungs-Sets an die Reihe, zum Schluss der des Neuesten.

Draft-Ablauf

Die Drafter setzen sich gemeinsam an einen Tisch. (Idealerweise sollte die Sitzordnung zuvor ausgelost werden, z..B. ausgewürfelt.)

Alle Drafter öffnen ihren ersten Booster und halten die Karten verdeckt, dass keiner der anderen Spieler sie sehen kann. Nachdem alle sich ihre Karten angesehen haben, sucht sich jeder eine von den 15 enthaltenen Spielkarten aus und legt sie vor sich auf einen verdeckten Stapel. Anschließend gibt er die verbliebenen 14 Karten an seinen linken Nachbarn weiter. Daraus sucht sich wiederum jeder eine Karte aus, fügt sie seinem persönlichen Stapel hinzu und gibt 13 Karten erneut nach links weiter. Die Karten werden so lange reihum gegeben, bis alle an die Spieler verteilt sind. Jetzt hat jeder Drafter 15 selbst ausgesuchte Karten vor sich liegen. Bevor es weiter geht kann sich jeder die Karten noch einmal in Ruhe ansehen.

Mit dem zweiten Booster läuft es fast genauso ab. Diesmal werden die Karten allerdings nicht nach links, sondern an den rechten Nachbarn gegeben. Ansonsten bleibt das System aber gleich. Nach der zweiten Runde hat jeder 30 Karten vor sich liegen und auch diesmal wird den Draftern Gelegenheit gegeben, sich diese Karten erneut anzuschauen.

Beim dritten Booster geht es wieder links herum, es wird also genau so verfahren wie mit dem Ersten.

Deckbau

Nach dem Draft hat also jeder Spieler 45 Karten, aus denen er sein Deck zusammenstellen muss. Wie bereits erwähnt muss das Deck inklusive aller Länder mindestens 40 Karten enthalten. Mehr Karten sind auch nicht zu empfehlen. Meistens sind kleine Decks besser als Große. Andernfalls sinkt die Wahrscheinlichkeit die guten Karten zu ziehen erheblich. Abgesehen davon ist die Auswahl bei 45 Karten ohnehin begrenzt, selbst wenn man beim Aussuchen der Karten bereits strategisch gewählt hat.

Strategietipps für das Draft-Deck

Der Ablauf des Booster Draft ist also simpel. Selbstverständlich ist immer eine gehörige Priese Glück dabei, welche Karten bei den Spielern ankommen. Dennoch entscheidet natürlich Erfahrung und eine gute Strategie bei der Auswahl über die Qualität des Decks. Im folgenden geben wir ein paar Tipps für Einsteiger, die helfen können erfolgreich zu draften.

Die Länder

Wie bei allen 40 Karten Decks ist es ratsam etwa 17 Länder in das Deck einzubauen. Entsprechend bleibt Platz für 23 andere Karten.

Die Farben

Um eine möglichst große Auswahl für das potentielle Deck zu bekommen, ist es oft ratsam sich beim Draften frühzeitig auf möglichst wenige Farben festzulegen. Wie bereits in unserer Rubrik Deckbau erwähnt, sind Decks mit einer oder zwei Farben leichter zu spielen und meistens schlagkräftiger, da Synergien innerhalb einer Farbe häufiger sind. Natürlich sollte man sehr starke Karten dennoch nicht dem Gegner überlassen, auch wenn diese nicht unbedingt ins eigene Konzept passen. Außerdem sollte man ein wenig darauf achten, welche Farben der rechte Nachbar aussucht, denn dieser ist in Runde eins und drei vor einem selbst an der Reihe und kann im Zweifel immer die besten Karten wegschnappen.

Die Manakurve

Bereits bei der Auswahl der 45 Karten sollte man ein Auge darauf haben, nicht nur Karten mit hohen Manakosten zu wählen. Decks die zu langsam Karten auf den Tisch bekommen, haben meistens das Nachsehen.

Auswahlstrategien

Nach dem Öffnen des ersten Boosters ist es oft, aber nicht immer, sinnvoll die stärkste Karte zu wählen und den Rest nach Links weiter zu geben. Sollte die Karte zum Beispiel nicht so recht ins Beuteschema passen, kann es Sinn machen, sie dem Gegner zu überlassen, um ihn dazu zu verleiten die entsprechende Farbe für dessen Deck zu wählen.

Im weiteren Verlauf des Drafts sollte man dann natürlich mehrheitlich Karten wählen, die zu Jenen passen, die man bereits gewählt hat. Auswahlkriterien sind dann nicht mehr vorrangig die potenzielle Stärke der einzelnen Karten, sondern die bereits angesprochenen Synergien, Farben und die Manakurve.

Während des Drafts wird man mit zunehmender Zeit merken, welche Farben die Spieler vor einem gewählt haben, da die Karten, die man weitergegeben bekommt, einige Farben vermissen lassen. Eventuell muss man spontan die Strategie ändern und sich von einer bereits gewählten Farbe verabschieden. Reagieren ist oft besser als nur noch die Reste ab zu bekommen.

Besonders in der letzten Draftrunde macht es dann auch mal Sinn dem Gegner die ein oder andere Karte wegzuschnappen, die man selbst vielleicht gar nicht gebrauchen kann. Da sich die Richtung nicht noch ein Mal ändert, kann sich das schließlich nicht mehr rächen. Grundsätzlich ist es aber immer besser kooperativ zu denken und dem Gegner die Karten seiner Farbe zu überlassen, und sich auf seine eigenen Farben zu konzentrieren. 45 Karten lassen nicht sehr viel Spielraum zu, viele für das eigene Deck unbrauchbare Karten zu sammeln, nur um die Nachbarn zu ärgern. Außerdem kommen die anderen Drafter nicht auf dumme Gedanken, so lange sie genug Karten ihrer Farbe weiter gereicht bekommen. Abgesehen davon wird man gegen seine direkten Draft-Nachbarn nur wenige Spiele machen, mit dem eigenen Deck aber zweifellos alle.

Abschließend bleibt festzuhalten, dass obige Überlegungen nur Hilfestellunen sein können. Im Grunde hilft nur regelmäßiges Draften, um Erfahrung zu sammeln, welche Karten hilfreich sind und welche Strategien am erfolgreichsten sind. Oft spielen natürlich auch die individuellen Vorlieben des Spielers in die Auswahl der Karten mit ein. In jedem Fall ist Booster Draft ein äußerst interessantes Format.