Draft-Varianten

Booster Draft

Booster Draft (oder auch „Draft“ genannt) gehört zu den so genannten „Limited“-Turnier-Formaten, bei denen die Spieler vor Spielbeginn eine bestimmte Anzahl Karten erhalten, aus denen sie ihr Deck bauen müssen. Hierfür werden vor Ort Boosterpackungen geöffnet um eine absolut zufällige Verteilung der Karten zu gewährleisten. Dies läuft wie ein eigenes Spiel nach bestimmten Regeln ab, welches man auch als den „Draft“ an sich bezeichnet.

Ein Deck muss aus mindestens 40 Karten (inklusive aller Länder) bestehen, die die Spieler im Voraus logischer Weise nicht genau kennen.

Das macht natürlich den Reiz von Limited-Formaten und dem Booster Draft im Besonderen aus. Man muss aus dem was man bekommt das Beste machen und wird so immer vor neue Herausforderungen gestellt. Da man mit immer neuen Decks spielt bringt es außerdem reichlich Abwechslung.

Ausführliche Infos zum Boosterdraft findet ihr hier im Bereich Tipps & Hilfen 

Sealed Deck

Etwas einfacher läuft es beim Sealed Deck. Hier bekommt jeder Spieler für sich eine Turnierpackung und zwei Boosterpacks. Aus diesen Karten kann er dann sein Deck bauen, das ebenfalls mindestens 40 Karten enthalten muss und eine beliebige Anzahl an Ländern enthalten kann. Besonders für Anfänger ist es das wahrscheinlich leichteste Limited-Format.

Rochesterdraft

Der Rochesterdraft ähnelt dem Boosterdraft, aber es gibt einige wichtige Unterschiede. Anstatt dass jeder Spieler gleichzeitig einen Booster öffnet, ist zu jedem Zeitpunkt immer nur genau eine Packung offen. Die Karten dieser Packung werden offen auf den Tisch gelegt, so dass alle Spieler sehen können, welche Karten im Angebot sind. Die Draftreihenfolge wird zudem umgedreht, nachdem jeder am Tisch sich eine Karte dieser Packung genommen hat.

Zur Verdeutlichung gehen wir von einem Rochesterdraft mit acht Spielern aus, die im Uhrzeigersinn durchnummeriert um den Tisch herum sitzen. Spieler 1 öffnet den Booster und legt die Karten auf den Tisch. Nachdem alle Spieler Zeit hatten, sich die Karten anzuschauen, wählt Spieler 1 eine Karte. Dann ist Spieler 2 an der Reihe und so weiter. Nachdem Spieler 8 — die Person rechts vom Spieler, der den Booster aufgemacht hat — sich eine Karte genommen hat, nimmt er sich eine zweite Karte, und das Draften geht gegen den Uhrzeigersinn weiter, bis alle Karten weg sind. (Da in jedem Boosterpack nur fünfzehn Karten sind, bekommt der Spieler, der ihn aufgemacht hat, keine zweite Karte aus ihm.) Spieler 2 öffnet dann die nächste Packung, und damit erhält Spieler 1 die achte und neunte Auswahl aus diesem Booster. Dieser Vorgang wird wiederholt, bis jeder am Tisch eine Boosterpackung geöffnet hat. Dann öffnet Spieler 8 seinen zweiten Booster, aber diesmal wird rechtsherum gedraftet. Dann öffnet Spieler 7 eine Packung, und so weiter. Spieler 1 ist der Erste, der seinen dritten Booster öffnet, und die dritte Serie wird wieder linksherum gedraftet.

Booster-Duell

(auch unter Mini-Master bekannt)

Das Booster-Duell bietet eine spielerische Variante seine neuen Booster zu öffnen. Die Grundlagen für das Booster-Duell sind sehr einfach. Jeder Spieler braucht genau ein Boosterpack mit Magic-Karten. Ohne darauf zu schauen, was im Booster enthalten ist, öffnet jeder Spieler seine Packung und mischt von jeder Sorte der Standardländer drei dazu (Ebene, Insel, Sumpf, Gebirge und Wald). Mit diesen Decks spielt man dann eine ganz normale Partie Magic. Weil beide Spieler nicht wissen, welche Karten in ihrem Deck sind, ist die Überraschung bei jeder gezogenen Karte so groß, als würde man die Magic-Packung gerade öffnen. Hilft die seltene Karte, den Gegner zu besiegen? Ein Boosterduell ist eine interessante Sache, wenn man die neuen Karten gleich ausprobieren will und trotzdem nicht auf den Kitzel verzichten möchte, den man beim Öffnen eines neuen Boosters hat.

Es gibt verschiedenste Varianten für das Booster-Duell. Eine andere Herangehensweise ist es zum Beispiel, wenn beide Spieler ein Booster öffnen und das gesamte Booster deren Anfangshand darstellt. Während seines Zuges darf jeder Spieler ein Land aus einem gemeinsamen Vorrat außerhalb des Spiels nehmen und ins Spiel bringen. Es wird ohne Bibliothek gespielt, man kann keine Karten ziehen, und man verliert auch nicht, wenn man keine Karte ziehen kann.

Solomon-Draft

Der Solomon-Draft ist eine einzigartige Variante des Boosterdraft-Formats für genau zwei Magic-Spieler. Jeder Spieler braucht drei Boosterpacks, die geöffnet werden, ohne den Inhalt anzuschauen. Man mischt alle sechs Packungen zusammen und erzeugt damit einen Kartenvorrat von neunzig Karten. Nun kann der Draft beginnen.

Man würfelt aus, wer „Spieler A" und wer „Spieler B" ist. Spieler A ist im Draft zuerst an der Reihe, dafür darf Spieler B vor allen Partien entscheiden, ob er zuerst dran sein möchte. Im Draft deckt Spieler A die ersten acht Karten des Vorrats auf und teilt sie in zwei Haufen auf. Das können zwei gleich große Stapel mit je vier Karten, aber auch unterschiedlich große Stapel sein: fünf und drei Karten, sechs und zwei, sieben und eine oder sogar acht und null.

Nachdem Spieler A die Karten aufgeteilt hat, nimmt sich Spieler B einen dieser Haufen und legt ihn zu seinen gedrafteten Karten. Der andere Haufen geht an Spieler A. Der Vorgang wird dann wiederholt, diesmal teilt aber Spieler B die nächsten acht Karten auf und Spieler A wählt einen der Stapel. So geht es immer hin und her: ein Spieler stellt die Haufen zusammen, der andere wählt aus, bis alle Karten gedraftet worden sind. (In der letzten Gruppe sind dann zehn statt acht Karten.) Beide Spieler basteln sich aus ihren gedrafteten Karten ein Deck mit mindestens 40 Karten, wobei sie so viele Standardländer (Ebenen, Inseln, Sümpfe, Gebirge und Wälder) hinzunehmen können, wie sie wollen.

Viele Spieler mögen den Solomon-Draft, weil er sie auf andere Weise als ein traditioneller Boosterdraft herausfordert. Anstatt immer eine einzelne Karte aus einer einzelnen Packung zu wählen, muss sich jeder Spieler klar werden, welche Farben ihr Gegner wohl spielen wird. Die Schwierigkeit liegt darin die Balance zu finden gute gegen mittelgute Karten in den Stapeln aufzuwiegen, so dass man im Nachhinein auch die Karten erhält, die man gerne hätte. Dabei sollte man nicht den Überblick verlieren, welche Karten schon in welches Deck gedraftet wurden. Ein Solomon-Draft ist eine tolle Variante, wenn man auch mal zu zweit draften will.

Winston-Draft

Der Winston-Draft ist ebenfalls eine Variante für zwei Spieler. Genau wie beim Solomon-Draft benötigt jeder Spieler drei Boosterpackungen, die geöffnet werden, ohne den Inhalt anzuschauen. Man mischt alle sechs Packungen zusammen und erzeugt damit einen Kartenvorrat von neunzig Karten. Anschließend Würfelt man aus, wer „Spieler A" und wer „Spieler B" ist. Spieler A ist im Draft zuerst an der Reihe, dafür darf Spieler B vor allen Partien entscheiden, ob er zuerst an der Reihe sein möchte.

Spieler A beginnt den Draft, indem er die obersten drei Karten des Kartenvorrats verdeckt nebeneinander auf den Tisch legt, und bildet damit den Grundstock der drei Draftstapel. Er schaut sich die Karten dabei nicht an. Das sieht dann so aus: ((BILD))

Spieler A schaut sich die Karte des ersten Stapels an, ohne sie Spieler B zu zeigen, und entscheidet sich dann, ob er sie draftet oder zurücklegt. Falls Spieler A den Stapel draftet, wird dieser (wieder verdeckt) durch die oberste Karte des Vorrats aufgefüllt, und Spieler B ist dran. Falls Spieler A die Karte zurücklegt, wird die oberste Karte des Vorrats oben darauf gelegt, so dass jetzt zwei Karten auf dem ersten Stapel liegen. Spieler A wiederholt dann den Vorgang mit dem zweiten Stapel und möglicherweise auch mit dem dritten. Falls Spieler A keinen der drei Stapel genommen hat, muss er die oberste Karte des Vorrats nehmen, egal welche es ist. Sobald Spieler A einen der Stapel gedraftet oder die oberste Karte des Vorrats gezogen hat, ist Spieler B dran und macht genau das gleiche.

Immer daran denken: Falls ein Spieler einen Stapel nimmt, wird dieser durch die oberste Karte des Vorrats ersetzt, so dass der Stapel wieder genau eine Karte hat. Und immer wenn ein Spieler einen Stapel zurücklegt, wird dieser durch die oberste Karte des Vorrats ergänzt. Es gibt keine Beschränkung, wie hoch ein Stapel werden kann.

Nachdem alle Karten gedraftet wurden, stellen beide Spieler ein Deck mit mindestens 40 Karten zusammen, wobei sie so viele Standardländer (Ebenen, Inseln, Sümpfe, Gebirge und Wälder) hinzunehmen können, wie sie wollen.

Die besondere Herausforderung liegt darin, dass man sich immer wieder aufs Neue entscheiden muss, ob man lieber eine unbekannte Karte nimmt, eine einzelne starke oder einen kleineren Stapel mittelprächtiger Karten.

Verkehrter Draft

Der „Verkehrte Draft“ ist eine Magic-Variante, die eigentlich wie ein Boosterdraft läuft - bis auf einen kleinen Unterschied! Der Aufbau und der Draft werden exakt wie beim Boosterdraft gespielt. Doch dieses Mal spielen die Spieler nicht mit den Karten, die sie gedraftet haben. Stattdessen tauschen die Spieler, nachdem zuvor Paarungen ausgelost wurden, mit ihrem Gegner die Karten und stellen aus den Karten des Gegners ihr Deck zusammen!

Wie wirkt sich das auf das Spiel aus? Es bedeutet, dass man eigentlich das schlechteste Deck von allen draften muss! Das ist schon beim Draften meistens sehr witzig, weil alle Überlegungen wie Stärke der Karten, zusammenpassende Farben und Manakurve für die Katz sind. Dieses Format ist überraschenderweise nicht ganz einfach zu spielen, da man schon beim Draften die Karten ganz neu bewerten muss und danach vor der Herausforderung steht, aus Karten ein Deck zusammenzustellen, die eigentlich kein gutes Deck ergeben sollen. Ein „Verkehrter Draft“ ist eine tolle Abwechslung zwischen den normalen Drafts!

Continuous Draft

Dieses Format macht seinem Namen alle Ehre, da hier nicht eine bestimmte Rundenanzahl gespielt wird, sondern der Draft beliebig lange dauern kann. Es können zudem beliebig viele Spieler daran teilnehmen und beliebige Magic: The Gathering-Boosterpackungen verwendet werden.

Jeder Spieler öffnet zu Beginn des Drafts drei Boosterpackungen und wählt eine Karte, die er aus dem Draft heraushält. Zum Draften sucht er sich dann einen anderen Spieler mit 44 Karten. Nachdem ausgelost wurde, wer zuerst draftet, mischen die Spieler ihre 88 Karten zusammen. Spieler A deckt die oberen vier Karten auf und nimmt sich eine davon. Dann wählt Spieler B zwei Karten für sich, und Spieler A bekommt die übrig gebliebene Karte. Bei den nächsten vier Karten wählt Spieler B zuerst, und so geht es abwechselnd weiter, bis alle Karten gedraftet wurden. Danach stellen die Spieler ihre Decks mit mindestens 40 Karten zusammen, wobei sie so viele Standardländer (Ebenen, Inseln, Sümpfe, Gebirge und Wälder) hinzunehmen können, wie sie wollen, beginnen das Spiel.

Wer zuerst zwei von drei Partien für sich entscheiden konnte, hat gewonnen. Sobald ein Spieler mit einem Match fertig ist, sortiert er die hinzugefügten Standardländer wieder aus (um wieder auf 44 Karten zu kommen), sucht sich einen neuen Gegner und startet mit diesem einen neuen Draft. Der Kartenvorrat wird sich mit jedem Duell ändern, daher hat man immer wieder neue Draftdecks, mit denen man spielt.

Da man vor dem ersten Draft eine Karte aus seinem Kartenvorrat herausnehmen darf, stellt sich hier immer die Frage: Entfernt man eine richtig gute Karte, die man dann nicht im Verlauf des Drafts verlieren kann, aber auch nicht spielen – oder nimmt man eine schwache Karte heraus, die man im Spiel nicht vermissen wird? Das ist nur die erste von vielen Entscheidungen, die man in diesem interessanten Format treffen muss!

Pick-a-Pack

Im Pick-a-Pack-Format draften die Spieler wie in einem gewöhnlichen Boosterdraft – mit einer Ausnahme: Es werden nicht unbedingt drei Boosterpackungen aus dem aktuellen Magic-Block verwendet, sondern jeder Spieler bringt insgesamt drei Packungen aus beliebigen Magic-Sets mit. Das kann also heißen, dass der Spieler zur Linken je eine Packung aus Nachtstahl, Ravnica und Eiszeit dabei hat, während der Spieler zur Rechten zwei Packungen aus Schattenmoor und eine aus der Zehnten Edition aufmacht.

Eine Variante von Pick-a-Pack ist der Pack-Draft. Jeder Spieler bringt auch hier drei Boosterpackungen mit zum Draft, und diese Booster werden am Anfang zu einem gemeinsamen Vorrat zusammengeworfen. Bevor die Spieler die Karten aus den Boostern draften, draften sie die Booster. Erst wenn alle Packungen wieder verteilt sind, beginnt der eigentliche Boosterdraft. Jeder Spieler kann wählen, in welcher Reihenfolge er seine Booster öffnet.

Man kann Pick-a-Pack für fast jedes Draftformat verwenden, also auch für einen Solomon-Draft oder einen Winston-Draft. Dann kombiniert man die Regeln dieses Formats mit der Gelegenheit, beliebige Packungen aus der Vergangenheit von Magic zu spielen!